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Eine glänzende Zukunft

Wie lässt sich Zukunft managen? Und warum ist das aus dem Hier und Jetzt heraus so schwierig, gleichzeitig aber so wichtig, weil der künftige Unternehmenserfolg davon abhängt? Dr. Pero Mićić ist Experte für Zukunftsmanagement und riet den Teilnehmern beim Wirtschaftsforum eindringlich: „Machen Sie sich Ihre Zukunft glänzend“.

Rund 100 Gäste waren der Einladung der Wirtschaftsjunioren Arnsberg und des Industrie- und Handelsclubs Hellweg-Sauerland zum gemeinsamen Wirtschaftsforum mit der IHK gefolgt. Die tolle Resonanz freute die Gastgeber: „Das zeigt, dass das Format gefragt und das Thema aktuell ist“, begrüßte Paul Rottler, Sprecher der Wirtschaftsjunioren, die Teilnehmer. Und IHK-Präsident Andreas Rother ergänzte: „Immerhin geht es um nicht weniger als um unsere Zukunft.“

Es wird ein Samstag, 25. April, 2025 sein – genau sieben Jahre später, wenn sich die Teilnehmer des Forums an den Vortrag „Chancen von Digitalisierung, Robotik, künstlicher Intelligenz & Co.“ zurückerinnern. Aber warum fällt umgekehrt der Blick in die Zukunft so schwer? Warum scheitern Menschen so oft daran, wenn sie dafür die Weichen stellen und diese Strategien auch konsequent umsetzen sollen? Dr. Pero Mićić ist sich sicher: Das liegt daran, dass der Mensch ein „Kurzfristtier“ ist, dem es schwer fällt, aus den Anforderungen des Alltags auszubrechen. Schuld sei das Gehirn, beziehungsweise der „Stoff des Verlangens und des Verderbens: Dopamin“, wie Pero Mićić erklärte. Dieser Stoff bringe Menschen dazu, an bekannten Gewohnheiten festzuhalten. Dabei müssten gerade Unternehmen eine Strategie, eine Vision für die Zukunft entwickeln.

Der 51-jährige Pero Mićić hat an der Leeds Business School promoviert und sein Berufsleben dem Zukunftsmanagement gewidmet: Er ist Buchautor, berät Wirtschaft, Politik und Verwaltung, ist Vorstand der FutureManagementGroup und hat das Eltviller Modell des Zukunftsmanagements entwickelt. Und er sagt: Für Unternehmen ist es in Zeiten der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz entscheidend, eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln. Das dürfe nicht der nachfolgenden Generation überlassen werden.

Es gebe Unternehmen, so Mićić, die bereits zeigen, wie das funktioniert. Tesla sei ein solches und durchaus bemerkenswertes Beispiel. Denn das Unternehmen mit negativem Cashflow ist an der Börse mehr wert als Porsche, Audi oder Ford. Es sei der Wert der Vision, der Tesla so wertvoll mache, sagt Pero Mićić und nennt 50.000.000.000 US-Dollar. Die Vision bringe Menschen dazu, für ein Auto Schlange zu stehen, dass es erst zwei Jahre später gibt. „Und das ist mehr als nur ein Hype.“

Bei dem Erfolg eines Unternehmens und der Frage nach der Zukunftsvision geht es also nicht allein ums Geld. Es geht auch um die Wirkung, die bei den Kunden erzielt wird. Deshalb appellierte der Zukunftsexperte an die Unternehmer: „Nutzen Sie eine motivierende und zukunftsrobuste Vision als mächtiges Führungswerkzeug.“

Das sei nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil mit der Digitalisierung bereits eine künstliche Intelligenz entstanden ist, die in vielen Bereichen schon so gut und in manchen sogar besser als ein Mensch ist. „Der Megatrend unserer Zeit ist der, dass eine Maschine das kann, was der Mensch kann“, sagt Mićić. Erkennen, lernen, beraten, kreieren, produzieren, handeln, verwalten, entscheiden – all das könne uns bereits von künstlicher Intelligenz abgenommen werden. Längst schon habe das London Symphony Orchestra ein Stück gespielt, das von künstlicher Intelligenz komponiert worden ist. Längst schon wurde ein Pokermeister von künstlicher Intelligenz geschlagen. Und längst schon haben Blockchain & Co Einzug in Verwaltungsprozesse gehalten. „Lassen Sie die Zukunft nicht einfach auf sich zukommen“, warnte Pero Mićić.

Die Ablösung des Menschen durch die Maschine sieht er aber (noch) nicht bevorstehen. Der Vorteil des Menschen sei noch immer seine Universalität. So sei es zum Beispiel noch nicht gelungen, die Fähigkeiten einer menschlichen Hand in Gänze künstlich nachzubilden. Deshalb lautet sein Tipp an Unternehmen, eine Fähigkeiten-Distributions-Inventur zu machen und zu prüfen, wie sich Errungenschaften der Digitalisierung sinnvoll in das Unternehmen einbinden lassen. Und er warnt: Die Geschwindigkeit, mit der die Digitalisierung nun Einzug in das private und wirtschaftliche Leben halten werde, werde alle überraschen: „Nehmen Sie sich also 3 Prozent Ihrer Arbeitszeit Zeit dafür, den Laden neu zu denken.“

„Samstag, der 25. April 2025, wird zwei Tage vor meinem 61. Geburtstag sein“, sagt IHC-Sprecher Dr. Wilfred Vrochte, und ist sich sicher: An den gerade gehörten Vortrag wird er sich dann garantiert erinnern können. Er selbst habe für sich auf jeden Fall die Anregung mitgenommen, Zeit zu finden, aus dem unternehmerischen Alltag auszubrechen und sich gedanklich der Zukunft zu widmen. Wie sehr diese Herausforderung auch die Teilnehmer des Forums beschäftigt, zeigte die anschließende rege Diskussion. Und Pero Mićić machte Mut: Durch künstliche Intelligenz bekämen wir Konkurrenz, „wir bekommen aber auch Werkzeuge, um besser zu werden“.

(Bild: Dr. Wilfred Vrochte, Paul Rottler, Dr. Illona Lange, Dr. Pero Micic und Andreas Rother, v. li.)

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